Photo
Ribbon
Ribbon
New!
New1
Lights

Topthema: Organspende

osaDer Organspendeausweis
Mit der bevorstehenden Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (Teststart in NRW | 20.06.2007) gerät auch die öffentliche Diskussion um Organspende wieder in den Vordergrund. In diesem Zusammenhang erklärte Karl-Heinz Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, er wünsche sich neben den persönlichen Patientendaten ebenso Blutgruppe, Organspendehinweis, Mutterschutz- und Röntgenpass sowie Impfpass mit aufzunehmen.

Nach einer aktuellen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen in Mannheim für das ZDF-Magazin Frontal21 stimmen 2 Drittel der Deutschen im Falle ihres Todes einer Organspende zu, knapp 23% lehnen eine Organentnahme ab, 10% sind unentschieden.
Trotz dieser positiven Haltung gegenüber der Organspende haben aber nur 12 Prozent einen Spenderausweis. Die Diskussion um eine Aufnahme in die elektronische Gesundheitskarte befördert die Bedingungen für eine notwendige und bewusste Auseinandersetzung mit dem Thema.

Aber auch andere Umsetzungsmöglichkeiten werden derzeit diskutiert: So hat der Nationale Ethikrat vorgeschlagen, das geltende Organspendegesetz zu verändern. Geltendes Deutsches Recht geht bislang von einer erweiterten Zustimmungslösung aus. Nur wenn der Spender zu Lebzeiten oder seine Angehörigen nach seinem Tod einer Spende zugestimmt haben, dürfen Organe entnommen werden.  Anders dagegen die Regelungen in Ländern wie Österreich, Schweden, Spanien: Hier gilt die so genannte Widerspruchsregelung: Nur wer einer Organspende ausdrücklich widersprochen hat, gilt nicht als potentieller Spender. In Folge dieser Regelung sind die Zukunfts- und Überlebenschancen von an schweren Herz, Lungen, Nieren, Leber, Bauchspeicheldrüsen erkrankten Patienten deutlich verbessert.

In Deutschland warten rund 12.000 Menschen auf eine lebensrettende Transplantation
Für viele ist die Warteliste auf ein Spender-Organ allerdings zu lang: Jährlich sterben etwa 1000 Patienten, dass sind auf den Tag gerechnet 3 Menschen, die keine Chance auf ein rettendes Organ bekommen haben. Dabei sind 55 % der Bevölkerung durchaus mit einer eigenen Organspende einverstanden - nur scheitern sie dabei offensichtlich an der Entscheidung, dem auch formal eine Einwilligung zu geben. Hier bleibt die Frage, ob es wirklich einer gesetzlichen Neuregelung bedarf oder ob nicht vielmehr die Selbstverantwortlichkeit jedes Einzelnen im Umgang mit persönlichen Überzeugungen zu fordern ist.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt auf ihren Internetseiten wertvolle Tipps zu Fragen rund um das Thema. Auf den Seiten http://www.organspende-info.de hat der Nutzer die Möglichkeit, den gesetzlich vorgeschriebenen Organspendeausweis direkt online auszufüllen. Ein Wissensquiz führt darüber hinaus in die wichtigsten Fragestellungen zum Thema ein. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation koordiniert in Deutschland die Organspende und bringt insbesondere für Betroffene wertvolle Informationen zur Hilfe.

Linktips zum Weiterlesen:
Stellungnahme des Nationalen Ethikrats: Stellungnahme_Organmangel.pdf (168 KB)
ZDF Frontal21 Exklusiv:
Zwei Drittel der Deutschen bereit zur Organspende
ZDF Frontal21 Exklusiv: Fragen & Antworten zur Organspende
BZgA - Organspende schenkt Leben:
Wissensquiz - Wer Bescheid weiß, hat eine gute Basis für seine Entscheidung
Deutsche Stiftung Organtransplantation:
Die 10 häufigsten Frage zur Organspende

Direkt zum eigenen Organspendeausweis:
PDF online ausfüllen, ausdrucken und einstecken (76 KB)

Organisationen:
Deutsche Stiftung Organtransplantation
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Junge Helden
Dank dem Organspender